Warum Ostrog wichtig ist
Das Kloster Ostrog ist die meistbesuchte Pilgerstatte Montenegros und eine der bedeutendsten der gesamten orthodoxen Welt. Es zieht Glaeubige aus dem ganzen Balkan an -- Serben, Montenegriner, Bosnier, Kroaten -- sowie immer mehr Touristen, die einfach ein in eine senkrechte Felswand gebautes Kloster sehen moechten. Das obere Kloster scheint der Schwerkraft zu trotzen: weiss getuenchte Mauern treten direkt aus dem Fels hervor, 900 Meter ueber der Zeta-Ebene.
Das Kloster wurde im 17. Jahrhundert von Sveti Vasilije Ostroski gegruendet, dessen Reliquien in einer kleinen Hoehlenkapelle im Fels aufbewahrt werden. Die Zufahrtsstrasse windet sich vom Talboden durch Haarnadelkurven den Berg hinauf. An Pilgertagen kann sich der Verkehr ueber Kilometer stauen, aber an einem normalen Werktagmorgen ist die Fahrt ruhig und die Umgebung aussergewoehnlich.
Die Strasse von Podgorica
Von Podgorica nehmen Sie die E65 Richtung Nordwesten nach Niksic. Nach etwa 30 Minuten fuehrt eine beschilderte Abzweigung rechts nach Ostrog. Die letzten 7 km Aufstieg von der Hauptstrasse zum oberen Kloster sind der anspruchsvolle Teil: eine schmale, kurvige Einspurstrasse mit gelegentlichen Ausweichstellen. Die Oberflaeche ist asphaltiert, aber steil. Im Sommer muessen Sie mit Reisebussen, Pilgern zu Fuss und Gegenverkehr in unuebersichtlichen Kurven rechnen. Fahren Sie langsam, hupen Sie in Kurven und lassen Sie das Licht an.

Das untere Kloster
Die meisten Besucher parken am unteren Klosterkomplex und gehen oder fahren das letzte Stueck zum oberen Kloster. Das untere Kloster wurde im 19. Jahrhundert erbaut und beherbergt die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit sowie Unterkuenfte fuer Pilger. Der Innenhof hat einen Brunnen und schattige Sitzplaetze. Wenn Sie nach oben fahren, beachten Sie, dass die Parkplaetze am oberen Kloster extrem begrenzt sind -- 15 bis 20 Plaetze -- und an stark besuchten Tagen werden Sie angewiesen, unten zu parken und die restlichen 20 Minuten bergauf zu gehen.
Das obere Kloster
Am oberen Kloster wird das Erlebnis aussergewoehnlich. Zwei kleine Hoehlenkirchen sind direkt in den Fels gebaut. Die Darstellungskirche enthaelt Fresken aus dem 17. Jahrhundert, die direkt auf die Felsoberflaeche gemalt wurden. Die Heilig-Kreuz-Kirche bewahrt die Reliquien von Sveti Vasilije in einem silbernen Schrein. Der Raum ist winzig -- vielleicht 15 Personen koennen gleichzeitig darin stehen -- und die Atmosphaere ist intensiv. Besucher stehen in einer Reihe, um einzutreten, den Reliquienschrein zu kuessen und durch einen engen Felsdurchgang hinauszugehen. Fotografieren ist im Inneren nicht gestattet.
Praktische Tipps
- Kleiderordnung: Knie und Schultern muessen bedeckt sein. Tuecherr fuer Frauen sind am Eingang erhaeltlich. Dies wird streng durchgesetzt.
- Parken: Kostenlos am unteren Kloster. Am oberen Kloster ist der Parkplatz winzig -- kommen Sie an Wochentagen vor 9 Uhr oder parken Sie unten und gehen Sie zu Fuss.
- Beste Zeit: Frueher Morgen an Wochentagen ist am ruhigsten. An grossen orthodoxen Feiertagen kommen Tausende -- rechnen Sie mit mehrstuendigen Wartezeiten.
- Wasser: Bringen Sie eigenes mit. Am unteren Kloster gibt es eine Quelle, oben jedoch nichts.
Kombination mit Niksic
Die Abzweigung nach Ostrog liegt zwischen Podgorica und Niksic, sodass sich beides natuerlich zu einem Tagesausflug kombinieren laesst. Nach dem Klosterbesuch fahren Sie weiter westlich nach Niksic zur Brauerei, den Kapino-Wasserfaellen und dem Krupac-See. Siehe unseren vollstaendigen Guide zu Niksic, Wasserfaelle und Krupac-See.